Polyurethan-Dämmung – PIR-Dämmplatten und ihre Einsatzmöglichkeiten

Verschiedene Arten von Polyurethan finden im Bauwesen vielseitige Anwendung. Polyurethan-Dämmstoffe, insbesondere Dämmplatten aus diesem Polymer, werden sowohl bei der energetischen Sanierung bestehender Gebäude als auch beim Neubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern eingesetzt.

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Polymere ergeben sich unter anderem aus ihren hervorragenden Wärmedämmeigenschaften, guten Gebrauchseigenschaften sowie unterschiedlichen Verarbeitungs- und Montageverfahren.

Dadurch können sie die unterschiedlichsten Anforderungen von Bauherren und Investoren erfüllen.

Besonders interessant sind innovative Lösungen auf Basis von Polyisocyanurat (PIR). Aus diesem Material werden Dämmplatten hergestellt, die in bestimmten Bereichen bessere Eigenschaften als herkömmliche Polyurethan-Dämmstoffe (PUR) aufweisen.

Chemie und Brandschutz

Bereits in den 1950er-Jahren wurde im Rahmen von Forschungsarbeiten zu Isocyanaten festgestellt, dass sich unter Verwendung geeigneter Katalysatoren chemische Strukturen bilden lassen, die eine höhere Temperaturbeständigkeit als herkömmliches Polyurethan aufweisen.

Einer der wesentlichen Vorteile von PIR-Schaum gegenüber klassischer PUR-Dämmung ist sein verbessertes Brandverhalten.

Insbesondere zeichnet sich PIR durch eine stärkere Neigung zur Bildung einer schützenden Verkohlungsschicht bei Flammeneinwirkung aus.

PIR-Dämmplatten bieten außerdem eine erhöhte Beständigkeit gegenüber höheren Temperaturen und eine gute Dimensionsstabilität innerhalb ihres zulässigen Temperaturbereichs.

Im Vergleich zu herkömmlichem PUR-Schaum bildet PIR leichter eine verkohlte Schutzschicht, die das weitere Eindringen von Wärme und Flammen in das Dämmmaterial verlangsamen kann.

Diese Eigenschaften trugen dazu bei, dass PIR-Materialien seit den 1970er-Jahren auch für anspruchsvolle technische Anwendungen, unter anderem im Bereich der Luft- und Raumfahrt, entwickelt wurden.

Heute werden PIR-Dämmplatten wie Thermano, Izolate und termPIR zunehmend bei Wärmedämmarbeiten eingesetzt und ersetzen in bestimmten Anwendungen starre PUR-Dämmstoffe.

Bei Brandeinwirkung zeigen PIR-Materialien in der Regel ein günstigeres Verkohlungsverhalten als herkömmliche PUR-Schäume.

Das konkrete Brandverhalten, die Rauchentwicklung sowie ein mögliches Schmelzen oder Abtropfen hängen jedoch vom jeweiligen Produkt und seiner geprüften Brandklassifizierung ab.

Ob PIR-Dämmplatten in feuerwiderstandsfähigen Bauteilen eingesetzt werden dürfen, muss anhand der entsprechenden Systemprüfungen und technischen Nachweise beurteilt werden. PIR-Platten dürfen nicht grundsätzlich als Brandschutzabschottung angesehen werden.

PIR-Dämmplatten können in bestimmten Anwendungen eine Alternative zu Mineralwolle darstellen, insbesondere wenn eine hohe Wärmedämmleistung bei geringem Gewicht gefragt ist.

Ein weiterer Vorteil ist das vergleichsweise geringe Gewicht gegenüber vielen mineralischen Dämmstoffen.

Kaschierungen und Kantenprofile von PIR-Dämmplatten

PIR-Schaum ist auf dem Markt in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Er wird unter anderem als Dämmkern von Sandwichplatten mit festen Deckschichten aus Stahl- oder Aluminiumblech sowie als Dämmplatte mit flexiblen Kaschierungen angeboten.

Die Kaschierungen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen, beispielsweise:

  • Papier
  • Aluminiumfolie
  • Mineralfasermaterialien
  • Verbundlaminaten
  • Glasfasern
  • Bitumenbeschichteten Materialien

Hersteller bieten auch Dämmplatten mit mehrschichtigen Kaschierungen an.

Thermano-PIR-Dämmplatten verfügen beispielsweise über gasdichte Kaschierungen aus Polymerschichten und Aluminiumfolie.

Um Fugen zwischen den einzelnen Dämmplatten möglichst gering zu halten, werden unterschiedliche Kantenausbildungen angeboten:

  • Glatte Kanten
  • Stufenfalz
  • Nut-und-Feder-Verbindungen

Geeignete Kantenprofile erleichtern eine präzise Verlegung und helfen, Wärmebrücken zu reduzieren.

Vom Keller bis zum Dach – Einsatzmöglichkeiten von PIR-Dämmplatten

PIR-Dämmplatten mit flexiblen Kaschierungen finden ebenso wie andere Polyurethan-Dämmsysteme in zahlreichen Bereichen Anwendung.

Sie werden häufig zur Wärmedämmung von Flach- und Steildächern bei Wohngebäuden sowie größeren Gewerbe- und Industrieobjekten verwendet.

Die technischen Eigenschaften der Kaschierungen und Dämmkerne ermöglichen den Einsatz geeigneter PIR-Plattentypen zur Dämmung von Industrieanlagen, Gewerbegebäuden, Wänden, Fußböden und Decken.

PIR-Dämmung für Steildächer

PIR-Dämmplatten, beispielsweise Thermano und termPIR, können bei Steildächern auf unterschiedliche Weise eingebaut werden:

  • Als Aufsparrendämmung
  • Als Untersparrendämmung
  • Als Zwischensparrendämmung

Die Aufsparrendämmung eignet sich besonders gut für formstabile PIR-Dämmplatten.

Durch die durchgehende Dämmschicht oberhalb der Sparren lassen sich Wärmebrücken, die durch die Dachkonstruktion entstehen, deutlich reduzieren.

PIR-Dämmung für Flachdächer

Das geringe Gewicht und die hohe Druckfestigkeit geeigneter PIR-Dämmplatten ermöglichen ihren Einsatz in verschiedenen Flachdachsystemen.

Abhängig vom jeweiligen Produkt und dem zugelassenen Dachsystem können PIR-Dämmplatten mit Bitumenabdichtungen, PVC-Dachbahnen oder EPDM-Dachbahnen kombiniert werden.

Die Verlegung ist auf entsprechend ausgelegten Unterkonstruktionen aus Holz, Beton oder Stahl möglich.

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die hohe Druckfestigkeit von PIR-Dämmplatten.

Einige PIR-Produkte weisen eine deutlich höhere Druckfestigkeit als herkömmliche EPS- oder Mineralwolldämmplatten auf. Der tatsächliche Unterschied hängt jedoch von den miteinander verglichenen Produktqualitäten ab.

Dank dieser Eigenschaft können die Dämmplatten Belastungen während der Montage und späterer Wartungsarbeiten aufnehmen, sofern das gesamte Dachsystem entsprechend ausgelegt ist.

PIR-Dämmung für Wände, Fundamente und Fußböden

PIR-Dämmplatten eignen sich außerdem zur Dämmung von zweischaligem Mauerwerk und bestimmten Außenwand-Dämmsystemen.

Dämmplatten mit geeigneten mineralischen Kaschierungen können eine verbesserte Haftung für darauf abgestimmte Putzsysteme bieten.

Hersteller empfehlen spezielle PIR-Dämmsysteme auch für die Wärmedämmung von Fundamentwänden, sowohl bei Neubauten als auch bei der Sanierung bestehender Gebäude.

Die geringe Wasseraufnahme von PIR-Dämmplatten trägt dazu bei, das Eindringen von Feuchtigkeit in die Dämmschicht zu begrenzen.

Dadurch kann die Langlebigkeit der Gebäudehülle unterstützt werden.

Insbesondere bei erdberührten Bauteilen sind jedoch weiterhin geeignete Abdichtungs- und Feuchteschutzmaßnahmen erforderlich.

PIR-Dämmplatten können außerdem zur Wärmedämmung folgender Bauteile verwendet werden:

  • Innen- und Trennwände
  • Geschossdecken und Fußböden
  • Balkone
  • Terrassen
  • Fundamentwände
  • Weitere Bauteile mit hohen Anforderungen an die Wärmedämmung

Die ausgewählten Dämmplatten müssen für den jeweiligen Einsatzbereich geeignet sein und gemäß den technischen Vorgaben des Herstellers verarbeitet werden.

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