1. Was ist eine PIR-Dämmplatte?
Eine PIR-Platte (kurz für Polyisocyanurat-Hartschaumplatte) ist ein moderner, hochleistungsfähiger und druckfester Wärmedämmstoff aus der Gruppe der geschlossenzelligen Duroplaste (ein durch Isocyanurat-Ringstrukturen chemisch modifizierter Polyurethan-Hartschaum). Sie ist derzeit der leistungsfähigste unter den im Bauwesen gängigen Dämmstoffen für den Wohnungs-, Gewerbe-, Industrie- und Agrarbau.
Jede PIR-Dämmplatte besitzt einen mehrschichtigen Aufbau und besteht aus zwei Komponenten:
- Einem druckfesten Dämmkern aus geschlossenzelligem Polyisocyanurat-Hartschaum (PIR):
- Über 95 % des Schaumvolumens bestehen aus mikroskopisch kleinen, fest verschlossenen Zellen, die mit einem Zellgas von extrem niedriger Wärmeleitfähigkeit (meist Pentan) gefüllt sind. Die Rohdichte des Kerns liegt standardmäßig bei ca. 30–35 kg/m³.
- Durch die geschlossenzellige Struktur ist der Kern extrem leicht und gleichzeitig hochgradig druckfest – er gibt beim Begehen nicht nach und hält hohen Druckbelastungen stand (standardmäßig 120–150 kPa, was einer Belastung von 12 bis 15 Tonnen pro 1 m² entspricht!).
- Beidseitigen Deckschichten (Kaschierungen):
- Der PIR-Kern wird bereits während der kontinuierlichen Bandfertigung im Werk beidseitig mit funktionalen Deckschichten kaschiert. Diese wirken als diffusionsdichte Gassperre, reflektieren Wärmestrahlung oder dienen als Haftgrund für Klebemörtel und Bitumenbahnen. Die wichtigsten Kaschierungen sind:
- AL (Reinaluminiumfolie oder mehrschichtiges Alu-Kraftpapier-Verbundlaminat): eine gas- und dampfdichte Kaschierung, die Wärmestrahlung reflektiert und die beste Wärmeleitfähigkeit ermöglicht (Lambda 0,022 W/(m·K) bzw. WLS 022/023).
- MV / BIK (Mineralvlies oder bituminiertes Glasvlies): eine diffusionsoffene, raue Vlieskaschierung, auf der Armierungsmörtel (beim Wärmedämmverbundsystem WDVS) sowie Dachbahnen hervorragend haften.
- Verbundplatten mit Gipskarton (GK) oder OSB: werkseitig mit einer Gipsbauplatte kaschierte PIR-Platten für die schnelle Innendämmung von Wänden und Dachschrägen.
- Der PIR-Kern wird bereits während der kontinuierlichen Bandfertigung im Werk beidseitig mit funktionalen Deckschichten kaschiert. Diese wirken als diffusionsdichte Gassperre, reflektieren Wärmestrahlung oder dienen als Haftgrund für Klebemörtel und Bitumenbahnen. Die wichtigsten Kaschierungen sind:
Die Kanten von PIR-Dämmplatten sind meist als Stufenfalz oder Nut-und-Feder-System gefräst, sodass sich die Platten zu einer geschlossenen, wärmebrückenfreien Dämmebene zusammenfügen lassen.
2. Worin unterscheidet sich PIR von PUR?
Obwohl beide Hartschaumstoffe zur Familie der Polyurethane gehören und aus denselben beiden flüssigen Hauptkomponenten – Polyol und Isocyanat (MDI) – hergestellt werden, unterscheiden sie sich im Mischungsverhältnis (dem sogenannten Isocyanat-Index), in der Molekülstruktur sowie im Brandverhalten:
| Merkmal | PUR-Hartschaum (Klassisches Polyurethan) | PIR-Hartschaum (Polyisocyanurat) |
|---|---|---|
| Chemische Rezeptur (Verhältnis MDI zu Polyol) | Nahezu ausgeglichenes stöchiometrisches Verhältnis (ca. 100 : 100). Es entstehen vorwiegend lineare Urethanbindungen. | Deutlicher Überschuss an Isocyanat MDI gegenüber Polyol (z. B. 250 : 100) unter Einsatz von Katalysatoren. Je drei MDI-Moleküle vernetzen sich (Trimerisierung) zu stabilen Isocyanurat-Ringen. |
| Temperaturbeständigkeit | Lineare Urethanbindungen im PUR-Schaum beginnen sich bereits ab ca. 200 °C thermisch zu zersetzen. | Die ringförmigen Isocyanurat-Verbindungen im PIR-Schaum sind chemisch extrem stabil – sie halten Temperaturen bis 300–350 °C stand. |
| Verhalten im Brandfall | Schwächer – PUR baut unter Hitzeeinwirkung schneller ab und entwickelt mehr Rauch (meist Brandverhaltensklasse E, D oder C). | Hervorragend – unter Flammeneinwirkung verkohlt die Oberfläche der PIR-Platte sofort (bildet eine feste Kohleschicht / Koksgerüst), die den tieferliegenden Schaum von der Sauerstoffzufuhr abschirmt und vor dem Weiterbrennen schützt (Klasse B-s1, d0, B-s2, d0 oder C-s2, d0 je nach Kaschierung). |
| Mechanische Steifigkeit & Formstabilität | Etwas elastischer (wird heute vor allem als flüssiger Ortschaum/Spritzschaum sowie als Bauschaum aus der Dose eingesetzt). | Deutlich steifer, härter und dimensionsstabiler – weshalb nahezu alle modernen Hartschaum-Dämmplatten und Sandwichelemente heute in PIR-Qualität gefertigt werden. |
Kurz gesagt: PIR ist die chemisch weiterentwickelte Generation von Polyurethan – entwickelt, um die überragende Wärmedämmleistung von PUR beizubehalten, aber den Brandschutz, die Hitzebeständigkeit und die Druckfestigkeit massiv zu erhöhen.
3. Wofür werden PIR-Dämmplatten verwendet?
PIR-Dämmplatten kommen überall dort zum Einsatz, wo Bauherren und Planer maximale Wärmedämmung bei minimaler Aufbauhöhe (schlanken Bauteilen) erzielen wollen. Die wichtigsten Anwendungsgebiete sind:
- Steildachdämmung (Dachgeschossausbau im Neubau und bei der Sanierung):
- Aufsparrendämmung: Die bauphysikalisch beste Methode zur Dachdämmung – PIR-Platten mit Nut und Feder werden als durchgängige, lückenlose Dämmhaube oberhalb der Dachsparren verlegt (ohne Wärmebrücken durch das Sparrenholz). Dadurch geht im Dachgeschoss keine Raumhöhe verloren, und die Holzsparren können im Innenraum sichtbar bleiben.
- Untersparren- und Zwischensparrendämmung: Eine schlanke PIR-Platte (z. B. 50–80 mm) unter den Sparren überdeckt die Wärmebrücken des Holzes und wirkt zugleich als Dampfbremse.
- Flachdachdämmung (Betondecken und Trapezblech-Warmdächer):
- Dank der enormen Druckfestigkeit (120–150 kPa) sind mit PIR gedämmte Flachdächer problemlos begehbar (z. B. für Wartungsarbeiten und Photovoltaikanlagen), ohne dass die Dämmung eindrückt. Auf den Platten werden Kunststoff-Dachbahnen (PVC/FPO/EPDM) oder Schweißbahnen (auf Mineralvlies-/Bitumenkaschierung) verlegt. Zudem gibt es werkseitig schräg geschnittene PIR-Gefälledämmplatten, die das Flachdach dämmen und gleichzeitig das nötige Gefälle zum Dachgully herstellen.
- Boden-, Kellerdecken- und Terrassendämmung (besonders unter Fußbodenheizung):
- Wenn bei Altbausanierungen oder an Terrassentüren nur wenig Fußbodenaufbauhöhe zur Verfügung steht, ersetzt eine 8–10 cm dünne PIR-Platte ganze 15–18 cm Styropor (EPS), ist wesentlich druckfester unter dem Estrich und reflektiert mit ihrer Alukaschierung die Wärme der Fußbodenheizung nach oben.
- Außenwanddämmung (zweischaliges Mauerwerk, VHF und WDVS) sowie Innendämmung:
- Als Kerndämmung im zweischaligen Klinkermauerwerk, bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF), im Wärmedämmverbundsystem (WDVS mit Mineralvlies) sowie als schlanke Innendämmung in historischen Gebäuden (als PIR-Gipskarton-Verbundplatte).
- Perimeter-/Sockeldämmung sowie Agrar- und Kühlhallen:
- In Geflügel- und Schweineställen sowie Obst- und Gemüselagern bilden alukaschierte PIR-Platten helle, abwaschbare Stalldecken, die mit dem Hochdruckreiniger gereinigt werden können.
4. Ist PIR besser als Styropor (EPS)?
Hinsichtlich der bauphysikalischen und mechanischen Kennwerte übertrifft die PIR-Dämmplatte herkömmliches Styropor (EPS – expandiertes Polystyrol) in fast jeder technischen Disziplin, während der einzige Vorteil von EPS im niedrigeren Einkaufspreis pro Kubikmeter liegt:
| Technischer Parameter | PIR-Dämmplatte (alukaschiert) | Weißes Styropor (EPS) | Graues Graphit-Styropor (EPS) |
|---|---|---|---|
| Wärmeleitfähigkeit (Lambda λD / WLS) | 0,022 W/(m·K) (Spitzenwert am Markt!). | 0,038 – 0,040 W/(m·K) | 0,031 – 0,033 W/(m·K) |
| Benötigte Dicke fürs Dach (U=0,15 W/m2K) | nur 15 cm | 25 – 27 cm | 20 – 22 cm |
| Benötigte Dicke für die Wand (U=0,20 W/m2K) | nur 10 – 11 cm | 18 – 20 cm | 15 – 16 cm |
| Druckfestigkeit (CS 10) | 120 – 150 kPa (12–15 Tonnen/m² im Standard!). | 60 – 80 kPa (Fassade) / 100 kPa (Boden). | 70 – 80 kPa (empfindlich bei direkter Sonne auf der Baustelle!). |
| Hitzebeständigkeit & Brandverhalten | Duroplast (bis +200 °C / +300 °C). Verkohlt im Feuer, schmilzt nicht und tropft nicht brennend ab. | Thermoplast (nur bis +80 °C!). Ab 85 °C erweicht, schrumpft und schmilzt Styropor (z. B. unter dunklem Blech im Sommer!). | Sehr empfindlich gegen Sonnenaufheizung bei der Montage (verformt sich ohne Gerüstnetz). |
| Beständigkeit gegen Lösungsmittel & Nager | Hoch – Marder und Mäuse nisten deutlich seltener im harten PIR; völlig beständig gegen organische Lösungsmittel, Kleber und Benzin. | Gering – Mäuse und Marder nagen sich leicht durch Styropor; lösungsmittelhaltige Kleber und Farben lösen EPS sofort auf. | Gering – wie weißes Styropor. |
Fazit: Eine PIR-Dämmplatte dämmt rund 40–45 % besser als weißes Styropor und rund 30 % besser als graues Graphit-Styropor. Wählen Sie PIR, wenn schlanke Konstruktionen gefragt sind (mehr Wohnfläche, mehr Lichteinfall durch schmalere Fensterlaibungen, geringe Fußbodenhöhe), unter sich stark aufheizenden Metalldächern, auf Flachdächern und auf Dachterrassen. Wählen Sie EPS, wenn genügend Platz an einer einfachen gemauerten Außenwand vorhanden ist und das Budget im Vordergrund steht.
5. Ist PIR besser als Mineralwolle?
Beim Vergleich von PIR-Dämmplatten mit Mineralwolle (Steinwolle oder Glaswolle) gibt es keinen pauschalen Gesamtsieger – beide Materialien sind Spitzenreiter in unterschiedlichen Bereichen der Bauphysik (und werden im Dachbau oft sogar miteinander kombiniert):
Worin die PIR-Dämmplatte der Mineralwolle klar überlegen ist:
- Wärmedämmleistung (geringe Dämmstoffdicke): PIR (Lambda 0,022) dämmt fast doppelt so gut wie typische Mineralwolle (Lambda 0,035–0,039). Für denselben Dämmwert auf dem Dach genügen 15–16 cm PIR statt 30 cm Mineralwolle.
- Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit: Wenn ein Dachziegel bricht oder die Dampfbremsfolie innen eine kleine Undichtigkeit aufweist, saugt sich Mineralwolle voll Wasser, verliert ihre Dämmwirkung und wird schwer. Die geschlossenzellige PIR-Platte nimmt kein Wasser auf und bildet mit ihrer Alukaschierung selbst eine sichere Dampfsperre.
- Wärmebrückenfreiheit (Aufsparrendämmung): PIR-Platten werden mit Nut und Feder vollflächig über den Sparren verlegt. Mineralwolle wird zwischen die Holzsparren geklemmt, wobei das Holz Wärme viermal schneller nach außen leitet als der Dämmstoff.
- Saubere Verarbeitung und geringes Gewicht: PIR-Platten sind extrem leicht (30 kg/m³) und setzen beim Schneiden keine juckenden Mineralfasern frei.
Worin Mineralwolle der PIR-Platte klar überlegen ist:
- Schallschutz (Lärmdämmung): Steife, leichte PIR-Hartschaumplatten dämpfen Luftschall (z. B. Regenprasseln auf Blechdächern oder Straßenlärm) nur mäßig. Die offenporige, federnde Faserstruktur von Mineralwolle schluckt Schallwellen hervorragend.
- Nichtbrennbarkeit (Baustoffklasse A1 / A2): Mineralwolle besteht aus geschmolzenem Basaltgestein oder Glas und ist zu 100 % nichtbrennbar (Schmelzpunkt über 1000 °C). PIR ist zwar schwerentflammbar bzw. selbstverlöschend (Klasse B bis E je nach Kaschierung), bleibt aber ein organischer Kunststoff.
- Diffusionsoffenheit und Klemmfähigkeit: Weiche Mineralwollfilze passen sich krummen, alten Dachsparren flexibel an und sind wasserdampfdiffusionsoffen, während steife PIR-Platten ebene Auflager und das Ausschäumen von Anschlussfugen erfordern.
Die optimale Hybrid-Lösung moderner Planer: Im Dachgeschoss (besonders unter Blechdächern) kombiniert man beide Baustoffe: Oben auf oder unter den Sparren verlegt man PIR-Dämmplatten (für maximale Wärmedämmung und Luftdichtheit), und zwischen die Sparren legt man eine Schicht Akustik-Mineralwolle (für perfekten Schallschutz bei Regen).
6. Welchen Lambda-Wert haben PIR-Dämmplatten?
Der deklarierte Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit (Lambda λD – inklusive der normativ vorgeschriebenen 25-jährigen Alterungsreserve) liegt bei PIR-Dämmplatten zwischen 0,020 und 0,028 W/(m·K).
Welchen genauen Lambda-Wert (bzw. welche Wärmeleitfähigkeitsstufe WLS) eine konkrete PIR-Platte erreicht, hängt direkt von der Art ihrer werkseitigen Kaschierung (sowie der Plattendicke) ab:
- PIR-Platten mit diffusionsdichter Kaschierung (Reinaluminiumfolie AL oder mehrschichtiges Alu-Kraft-Laminat):
- λD=0,022 W/(m⋅K) (WLS 022 / 023) – in speziellen Hochleistungsvarianten sogar 0,020 – 0,021 W/(m·K), und zwar unabhängig von der Plattendicke!
- Warum ermöglicht die Alukaschierung einen besseren Lambda-Wert? Beim Aufschäumen füllen sich die geschlossenen PIR-Zellen mit einem Treibgas (Pentan), das deutlich besser dämmt als Luft. Die gasdichte Aluminiumfolie auf beiden Plattenseiten wirkt wie eine hermetische Barriere – sie schließt das Dämmgas dauerhaft in den Zellen ein und verhindert das Eindringen von Luft.
- PIR-Platten mit diffusionsoffener Kaschierung (Mineralvlies MV, bituminiertes Glasvlies):
- Da ein Glasvlies nicht zu 100 % gasdicht ist, findet in den ersten Jahren in den äußeren Randschichten der Platte ein langsamer Gasaustausch mit der Umgebungsluft statt, bis ein stabiles Gleichgewicht erreicht ist. Daher ist der deklarierte Lambda-Wert hier dickenabhängig:
- Dünnere Platten (unter 80 mm): λD=0,026–0,027 W/(m⋅K) (WLS 026/027)
- Mittlere Platten (80 mm – 119 mm): λD=0,025–0,026 W/(m⋅K) (WLS 025/026)
- Dicke Platten (ab 120 mm): λD=0,024–0,025 W/(m⋅K) (WLS 024/025)
- Da ein Glasvlies nicht zu 100 % gasdicht ist, findet in den ersten Jahren in den äußeren Randschichten der Platte ein langsamer Gasaustausch mit der Umgebungsluft statt, bis ein stabiles Gleichgewicht erreicht ist. Daher ist der deklarierte Lambda-Wert hier dickenabhängig:
Selbst mit Mineralvlies-Kaschierung (0,025) dämmt eine PIR-Platte immer noch deutlich besser als das beste Graphit-Styropor (0,031) und jede Mineralwolle (0,035).
7. Sind PIR-Dämmplatten feuchtigkeitsbeständig?
Ja, PIR-Dämmplatten zeichnen sich durch eine außergewöhnlich hohe Beständigkeit gegen flüssiges Wasser, Bodenfeuchte und Wasserdampf aus.
Das liegt an ihrem mikroskopischen und chemischen Aufbau:
- Geschlossenzellige Struktur (über 95 % geschlossene Poren):
- Im Gegensatz zu faserigen Dämmstoffen besteht der PIR-Hartschaum aus Millionen voneinander getrennten Mikrozellen mit festen Polymerwänden. Wasser kann nicht von einer Zelle zur nächsten wandern – PIR-Platten wirken nicht kapillar wasserziehend.
- Minimale Wasseraufnahme bei Langzeit-Unterwasserlagerung:
- Selbst bei 28-tägiger kompletter Lagerung unter Wasser im Labor beträgt die Wasseraufnahme von PIR-Platten lediglich 1 % bis maximal 2 % des Volumens (Wasser dringt nur in die oberflächlichen Zellen ein, die beim Sägen an den Schnittkanten geöffnet wurden).
- Hoher Wasserdampf-Diffusionswiderstand (μ-Wert):
- Schon der reine PIR-Schaumkern besitzt einen hohen Diffusionswiderstand (μ=50–100), und eine alukaschierte PIR-Platte ist praktisch vollkommen dampfdicht (μ>50.000–100.000). Werden die Plattenstöße mit Aluminium-Klebeband abgeklebt, übernimmt die PIR-Dämmung im Dach oder Fußboden gleichzeitig die Funktion einer perfekten Dampfsperre (eine zusätzliche Dampfbremsfolie entfällt).
- Verrottungsfest und schimmelresistent:
- PIR-Hartschaum ist biologisch vollkommen neutral – selbst in feuchter Umgebung (Keller, Sockel, Waschhallen, Ställe) verrottet und fault er nicht und bietet keinerlei Nährboden für Schimmelpilze oder Fäulnisbakterien.
8. Ist PIR ein brennbarer Baustoff?
Eine PIR-Dämmplatte ist KEIN leichtentflammbarer oder selbstständig weiterbrennender Stoff – es handelt sich um einen SCHWERENTFLAMMBAREN bzw. selbstverlöschenden duroplastischen Dämmstoff, der im Feuer verkohlt und niemals brennend abtropft.
Für eine präzise Einordnung helfen die Fakten der Brandschutztechnik:
- Warum hat PIR nicht die Klasse A1/A2 (wie Stein oder Mineralwolle)?
- Die Klassen A1 und A2 sind ausschließlich anorganischen, mineralischen Baustoffen (Beton, Stahl, Glas, Steinwolle) vorbehalten. Da PIR ein organisches Polymer (Kohlenstoffverbindung) ist, wird es in die europäischen Brandverhaltensklassen B bis E (je nach Kaschierung und Einbausituation) eingestuft.
- Wie verhält sich eine PIR-Platte konkret im Feuer? (Der Verkohlungseffekt / Charring):
- Trifft eine heiße Flamme auf eine PIR-Platte, schmilzt das vernetzte Isocyanurat-Gerüst nicht (im Gegensatz zu thermoplastischem Styropor EPS, das bereits ab 100 °C zu einer heißen Flüssigkeit schmilzt und sich auflöst).
- Stattdessen verkohlt die äußerste Schicht des PIR-Schaums auf wenigen Millimetern Tiefe sofort – es bildet sich eine feste, poröse Kohle- und Graphitkruste (Koksgerüst). Dieser schwarze Kohlepanzer wirkt wie ein Hitzeschild: Er schirmt das Innere der Platte gegen Sauerstoff und Hitze ab und verhindert ein Durchbrennen.
- Sobald die äußere Zündquelle entfernt wird, erlischt der PIR-Schaum sofort von selbst.
- Brandverhaltensklassen von PIR-Platten:
- B-s1, d0 / B-s2, d0 (bei Stahl-Sandwichelementen sowie speziellen alukaschierten oder vlieskaschierten PIR-Platten): schwerentflammbar, sehr geringe Rauchentwicklung (s1/s2) und kein brennendes Abtropfen (d0) – von einer mit PIR gedämmten Decke tropft im Brandfall kein brennender Kunststoff auf flüchtende Personen oder Feuerwehrleute!
- C-s2, d0 / D-s2, d0 / E: Standard-PIR-Platten im unverkleideten Zustand vor dem Einbau hinter schützenden Bekleidungen (wie Gipskartonplatten, Estrich oder Putz). In Kombination mit Gipskartonplatten erreichen PIR-gedämmte Dächer und Wände problemlos Feuerwiderstandsklassen von REI 30 bis REI 60 (30–60 Minuten Feuerwiderstand).
9. Welche Lebensdauer haben PIR-Dämmplatten?
Die Lebensdauer von PIR-Dämmplatten entspricht der Lebensdauer des gesamten Gebäudes und beträgt mindestens 50 bis 60+ Jahre.
Die Alterungsbeständigkeit von PIR-Hartschaum gehört zu den am besten untersuchten Eigenschaften der Baustoffkunde:
- Kein Setzen, Sackungsrisiko oder Kriechen über ein halbes Jahrhundert:
- Weiche Faserdämmstoffe geringer Rohdichte können in steilen Dachschrägen oder Holzständerwänden nach 15–20 Jahren um einige Zentimeter zusammensacken, wodurch am First ungedämmte Hohlräume (Wärmebrücken) entstehen.
- Eine PIR-Platte besitzt ein starres Polymergerüst mit 120–150 kPa Druckfestigkeit – sie sackt nicht zusammen, schrumpft nicht und behält ihre exakte Dicke unter Estrich oder auf dem Dach über die gesamte Gebäudelebensdauer bei.
- Verliert eine PIR-Platte mit den Jahren ihre Dämmwirkung?
- Nein – dieser Effekt ist im angegebenen Dämmwert bereits vollständig eingerechnet! Kein Hersteller darf den „frischen“ Produktions-Lambdawert (ca. 0,018–0,019 W/(m·K)) auf dem Etikett angeben. Jede Platte wird im Prüflabor einer künstlichen thermischen Alterung unterzogen (die 25 Jahren realer Nutzung im Gebäude entspricht), und erst dieser gealterte, stabilisierte Wert wird als Bemessungswert λD (z. B. 0,022 W/(m·K)) ausgewiesen. Danach bleibt die Dämmleistung über Jahrzehnte konstant.
- Chemische und thermische Beständigkeit:
- PIR-Platten sind verrottungsfest und halten dauerhaften Gebrauchstemperaturen von -50 °C bis +110 °C sowie Frost-Tau-Wechseln mühelos stand. Langzeituntersuchungen des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW München) an Polyurethan-/PIR-Dämmplatten, die nach 30 bis 40 Jahren aus bestehenden Flachdächern und Steildächern entnommen wurden, bestätigten den vollen Erhalt der Druckfestigkeit und Wärmedämmfähigkeit.
10. Sind PIR-Dämmplatten gesundheitlich unbedenklich?
Ja, werkseitig hergestellte PIR-Dämmplatten sind zu 100 % gesundheitlich unbedenklich für Mensch und Tier, chemisch neutral, faserfrei und uneingeschränkt für Wohn- und Schlafräume (auch für Allergiker und Kinderzimmer) sowie für die Lebensmittelindustrie zugelassen.
Dies belegen eindeutige chemische Fakten und Raumluft-Zertifizierungen:
- Vollständiger Abschluss der chemischen Reaktion im Werk (keine VOC-Ausgasungen):
- Man muss flüssigen 2K-Ortschaum, der direkt auf der Baustelle aufgesprüht wird (wobei die chemische Reaktion vor Ort abläuft und gelüftet werden muss), strikt von werkseitig gefertigten PIR-Dämmplatten unterscheiden.
- Im Plattenwerk läuft die Polymerisation unter hoher Temperatur auf der Bandanlage ab, gefolgt von einer geregelten Reifelagerung. Wenn die PIR-Platte in den Handel kommt, ist sie ein vollständig ausreagierter, chemisch inerter Feststoff.
- Unabhängige Emissionsprüfungen auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) bescheinigen PIR-Dämmplatten die höchste europäische Raumluftklasse A+ (sehr geringe Emissionen) sowie das Siegel pure life / Eurofins Indoor Air Comfort.
- Frei von Formaldehyd, freien Isocyanaten und FCKW / HFCKW:
- Ausgehärtete PIR-Platten geben keine freien Isocyanate ab und enthalten kein Formaldehyd (das oft als Bindemittel in billigen Faserdämmstoffen vorkommt). Moderne PIR-Platten werden umweltschonend mit Pentan geschäumt und sind zu 100 % frei von ozonschädigenden FCKW und HFCKW.
- Keine lungengängigen Fasern und kein Hautjucken bei der Montage:
- Beim Zuschneiden und Verlegen von PIR-Platten werden keine scharfkantigen Glas- oder Steinmikrofasern freigesetzt, die Haut, Augen oder Atemwege reizen. Der beim Sägen mit dem Fuchsschwanz entstehende Sägestaub ist mechanisch unbedenklich (eine einfache Staubmaske wie beim Holzsägen genügt).
- Allergikerfreundlich durch Schutz vor Schimmel:
- Da PIR-Platten keine Feuchtigkeit aufnehmen, verhindern sie zuverlässig die Bildung von gesundheitsschädlichem Schwarzschimmel in Dachschrägen und Außenwänden – einem der häufigsten Auslöser von Atemwegsallergien in Wohnräumen.
